Klimawandel im Kopf

Im Jahre 2016 geschrieben, noch immer aktuell:

Optimieren, Regulieren, Fehlervermeiden… Wir bewegen uns vermehrt in die Absicherungsstrategie. Die Komplexität kann heute nicht mehr mit Kahlschlag vereinfacht werden. Die moderne Komplexität verlangt Innovation, Offenheit und neues Denken. Es braucht eine Klimaveränderung im Kopf.

Alle reden von der Klimaveränderung. Persönlich spreche ich auch seit einigen Jahren von einem Wandel im Umgang, einem Wandel der Kultur und Einstellung den es braucht. Ein Klimawandel im Kopf. Hinter dem Klimawandel steht letztlich die Einsicht die auch durch den Kopf jedes einzelnen muss. Es ist die Denkhaltung, welche wir verändern müssen und welche letztlich auch das Klima des Denkens und damit letztlich auch des Handels beeinflusst. Nur wenn wir hier Fortschritte machen, können wir auch die grossen Herausforderungen dieser Welt mit Neugierde und neuen Denkansätzen angehen.

  • Wir denken zu oft was schiefgehen könnte, nicht was gelingen könnte.
  • Wir beschäftigen in mehreren Branchen schon mehr Menschen, welche absichern, dass alle Vorschriften eingehalten werden, wie Menschen, welche etwas gestalten möchten. Complience ist eine Wachstumsbranche. Das sollte uns zu denken geben. Wir optimieren innerhalb des Systems und sind nach Pareto im teuren 20% Bereich angekommen. Das betrifft fast alle Branchen. Banken, Versicherungen, Baubranche, Bildungswesen….
  • Wir haben überall Experten, welche ihr Dasein natürlich rechtfertigen müssen, fast täglich neue Regeln oder Sicherheitsvorschriften einführen, welche wir dann zu befolgen haben. Zu unserem eigenen Wohl natürlich. Früher waren wir hier kritischer, heute denken wir in Checklisten, Credits und der Einhaltung von allen Vorschriften….  Wir stellen nicht in Frage was uns die Experten mitteilen, da dies zur Absicherung ist… uns fehlt der Mut und die Zivilcourage auch mal unsinniges einfach abzulehnen und ein persönliches Risiko einzugehen.
  • Viele dieser Experten werden in Zukunft von Machine Learning ersetzt werden. Stellen wir dies dann nicht auch in Frage und machen zu unserem Nutzen einfach das, was uns diese Maschinen sagen? Wir sollten zumindest darüber nachdenken, was wir an Humanvorteilen haben.
  • Wir bewegen uns immer mehr im Absicherungsmodus und wagen nichts mehr oder dürfen aufgrund aller Vorschriften keine Verantwortung mehr übernehmen.
  • Für Innovationen, Unternehmen und letztlich für unsere eigene Freiheit ist dies sehr schädlich. Wir haben fast alles, um uns wieder mit den Weltbesten zu messen und lustvoll aus unserer tollen Region heraus durchzustarten. Der Bodensee bietet uns die Chance über den Tellerrand hinaus zu blicken und Neues zu entwickeln. Lassen wir dies doch zu! Vertrauen wir in unsere Stärke und ins Gelingen, nicht ins Scheitern!

Wir brauchen mehr Vertrauen und Zutrauen. In uns und in andere. Wir brauchen auch mehr Zeit für Tätigkeiten die wir gerne machen, mit Leidenschaft. Sind wir ins Gelingen vertraut und nicht ins Scheitern. Selbst falls es nicht klappt, wissen wir, dass wir daraus lernen und das Scheitern quasi nicht als Dogma, sondern als Erfahrung mitnehmen. Wir wissen, dass es weitergeht und auch Chancen bietet. im Englischen sind die Worte Passion und Compassion sehr nahe. Leidenschaft und Mitgefühl. Lernen wir daraus.

Im Berufsleben, ja überall gibt es auch Leidenschaft und braucht eine Art Mitgefühl für die Wagnisse die mal schiefgehen können. Geben wir doch hier mehr ins Gelingen vertrauen denjenigen passionierten Menschen, welche für etwas brennen und beim Scheitern wieder aufstehen. Sichern wir nicht alles ab.   

Mein Lieblingszitat ist von Demokrit: „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück an deren Ende“.  Ich habe das Glück Privat wie im Beruf glücklich zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar. 

 

#Es ist Zeit aufzuwachen.

„Europa scheint nicht länger in der Lage oder willens zu sein, neue Sachen zu entdecken, unbekannte Territorien zu erobern, innovative Dinge zu kreieren. Europa lebt von seiner Substanz. Regierungen haben es sich zur Hauptaufgabe gemacht, die Menschen zu behüten und soziale Sicherheit zu organisieren, statt Innovationen zu fördern. Wenn wir in Sachen Innovation nichts ändern, droht der Rückfall in die Stagnation. Europa ist ganz besonders gefährdet.“   Edmund Phelps, Nobelpreisträger

Treten wir dagegen an. Ich setze mich gerne dafür ein, damit das Zitat von Demokrit mehr in die Köpfe kommt. Gestalten wir die Zukunft anstatt sie zu verwalten.

Wer es nicht so mit der grossen Politik hat, der soll hier doch mal Julia Engelmann zu hören. Die Reise beginnt im Kleinen. Ein wunderbarer Poetryslam, den man im Netz findet. Auf geht’s! Mutig! Danke Julia Engelmann.